The Novel of My Life ›Foreword

Chapter 1 · side by sideForewordZUM GELEIT

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Deutsch — 1926English

Nun werden Deine Memoiren gedruckt, liebste Mutter, und Dein Wunsch wird sieben Jahre nach Deinem Tode erfüllt. Du starbst eines schönen, wunderbaren, unbewußten Todes. Dich, die ihn so heiß fürchtete und noch auf Jahrzehnte von sich weisen wollte, überraschte er mitten in Deiner bunten Tempiowelt, in strahlender Gesundheit, Arbeitslust, Weihnachtsvorbereitung und umgeben von der zärtlichen Liebe Deiner Kinder. Der letzte Teil des »Lebensromans«, der von dem Zusammenleben mit den endlich wiedergefundenen Kindern handeln sollte, ist ungeschrieben geblieben; er wäre vielleicht der uninteressanteste, aber ganz gewiß der glücklichste gewesen; denn was Du auch alles warst und sein wolltest, Du Ruhelose, Du in der weiten Welt der Wunder und der Sehnsucht Umherschweifende, Du, die Du frevelhaft wie keine andere gegen den Instinkt der Mutter gehandelt und dafür groß und schmerzhaft wie keine andere gelitten hast, Du warst dennoch im letzten und ursprünglichen Sinne Mutter, und dafür bist Du unendlich geliebt worden. In den Herzen Deiner Kinder hast Du Dir ein unvergängliches Denkmal aufgerichtet, und in jedem guten, naiven, warmen Lebensgefühl, das uns ergreift, spüren wir Dich und den in Worten nicht auszudrückenden, geheimnisvollen Sinn unseres gemeinsamen Blutes.

Now your memoirs are being printed, dearest Mother, and your wish is fulfilled seven years after your death. You died a beautiful, wondrous, unconscious death. You, who feared it so ardently and wanted to keep it at bay for decades yet, were overtaken by it in the midst of your colourful Tempio-world, in radiant health, eager to work, preparing for Christmas, and surrounded by the tender love of your children. The last part of the “novel of your life,” which was to tell of your life together with the children you had at last found again, remained unwritten; it would perhaps have been the least interesting, but most certainly the happiest; for whatever you also were and wanted to be, you restless one, you who roamed the wide world of wonder and longing, you who sinned against the mother-instinct as no other and for it suffered greatly and painfully as no other, you were nevertheless, in the last and original sense, a mother, and for that you have been loved beyond measure. In the hearts of your children you have raised for yourself an imperishable monument, and in every good, naïve, warm feeling of life that seizes us, we sense you and the mysterious meaning, inexpressible in words, of our common blood.

Möchte niemand von denen, die meine Mutter hier erwähnt und die noch am Leben sind, sich irgendwie persönlich gekränkt fühlen. So wie ihre Liebenswürdigkeit jeden, der mit ihr in Berührung kam, entwaffnete — auch ihre sogenannten Feinde — so gehörte meine Mutter, wie ihr größter Freund sagte, »zu den Menschen, die seltener sind als die blauen Hunde, nämlich: die keine moralische Kritik kennen«.

May none of those whom my mother mentions here, and who are still living, feel in any way personally hurt. Just as her graciousness disarmed everyone who came into contact with her — even her so-called enemies — so my mother belonged, as her greatest friend said, “to those people rarer than blue dogs: namely, those who know no moral censure.”

Hatzenberg, Sommer 1926 — Helga Gericke

Hatzenberg, summer 1926 — Helga Gericke