The Novel of My Life ›The Blackmail
Chapter 21 · side by sideThe BlackmailDIE ERPRESSUNG
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Da fand ich einen Menschen, Paul Z. hieß er, war Journalist, Kritiker und ein Musikgenie. Er hatte eine schnoddrige Kritik über meine Vorträge auf einer meiner großen »Preuschen-Ausstellungen« geschrieben. Ich lud ihn darauf ein, mich zu besuchen und selber sich zu überzeugen, wie unrecht er mir getan. — Er kam, schien sich ehrlich für mich zu interessieren und begann Klavier zu spielen. Wie mich seine Musik fesselte, was sie mir geworden! Er war damals verlobt; dies Verlöbnis löste sich, dann vereinigten sich die beiden wieder. Z. sagte mir eines Tages, die Braut sei sehr eifersüchtig; wenn ich wolle, daß er nach der Heirat mit ihr überhaupt noch zu mir käme, müsse ich sie versöhnen und ihr für sein Spiel zehntausend Mark aussetzen. Große Künstler würden immer bezahlt. Er könne es mir später abzahlen. Ich war empört, nicht nur über die Zumutung, sondern noch mehr über die darin liegende Gesinnungsgemeinheit. Aber mir schien, ohne seine Musik könne ich nicht mehr bestehen. So fing ich an, mit ihm zu handeln. Fünfhundert Mark, tausend Mark — drei Stunden dauerte der schmähliche Handel, dann einigten wir uns über eine Summe, die mir bitter hart zu zahlen ankam, die er aber, sobald er nur irgend könne, zurückzugeben versprach.
Then I found a human being, Paul Z. he was called, was a journalist, a critic and a musical genius. He had written a flippant review of my recitations at one of my great “Preuschen Exhibitions.” Thereupon I invited him to visit me and convince himself how wrongly he had judged me. — He came, seemed honestly interested in me, and began to play the piano. How his music gripped me, what it came to be to me! He was engaged at the time; this engagement dissolved, then the two united again. One day Z. told me his fiancée was very jealous; if I wanted him to come to me at all after the marriage, I must reconcile her and settle ten thousand marks on her for his playing. Great artists were always paid. He could pay it back to me later. I was outraged, not only at the presumption, but still more at the baseness of mind that lay in it. But it seemed to me that without his music I could no longer exist. So I began to bargain with him. Five hundred marks, a thousand marks — the shameful haggling lasted three hours, then we agreed on a sum that came bitterly hard for me to pay, but which he promised to give back as soon as he possibly could.
Ich war im tiefsten angeekelt von der Frau! Dann brachte er sie mir. Ein reizendes Geschöpf. Nachdem ich sie öfter gesehen und immer lieber gewonnen hatte, erzählte ich ihr eines Tages, daß ich ihre Handlungsweise nicht mit ihrem ganzen Wesen in Einklang brächte. Wie sie nur so etwas habe tun können!
I was disgusted to my depths by the woman! Then he brought her to me. A charming creature. After I had seen her often, and grown fonder and fonder of her, I told her one day that I could not bring her way of acting into harmony with her whole being. How could she ever have done such a thing!
Sie war tiefentrüstet und unglücklich darüber. Es war ein heimlicher Erpressungsversuch ihres Mannes gewesen, von dem sie keine Ahnung gehabt hatte. Von diesem Geld hatte er dann das meiste mit Weibern verbracht. Jetzt ist sie längst von ihm geschieden und mit einem andern glücklicher geworden. — Als ich nach Jahren — von ihr dazu angefeuert, da ich große Verluste gehabt, er aber beträchtlich geerbt hatte, — mein Geld zurückforderte, war er bereit, vor Gericht einen Eid zu leisten, daß ich ihm die Summe geschenkt habe. — Ja, ich habe keine guten Erfahrungen gemacht; manchmal packte mich ein Ekel vor Welt und Leben.
She was deeply indignant and unhappy about it. It had been a secret attempt at blackmail by her husband, of which she had had no inkling. Of this money he had then spent the most part on women. Now she has long been divorced from him and has become happier with another. — When after years — urged on to it by her, since I had had great losses and he had inherited considerably, — I demanded my money back, he was ready to swear an oath in court that I had made him a present of the sum. — Yes, I have not had good experiences; at times a disgust seized me at world and life.