The Novel of My Life ›Back to the Tempio — A New World Journey

Chapter 43 · side by sideBack to the Tempio — A New World JourneyZURÜCK ZUM TEMPIO — NEUE WELTREISE

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Deutsch — 1926English

Nach dem Tempio Hermione zurückgekehrt, traf ich alle Vorbereitungen zur Eröffnung meiner ersten Gemäldeausstellung in der neuen Halle. Es war eine Welt zu tun, in allen Ecken und Enden. Ein fertiges Ganzes sollte doch vorgeführt werden. Endlich war alles so weit. Auch der Garten prangte im schönsten Blütenflor. Der zweite Juni 1911 sah mehrere hundert Personen bei mir vereinigt. Ein wundervoller Katalog für fünfzehnhundert Mark war verschickt worden; ich hatte weder Zeit, Mühe noch Kosten gespart.

Returned to the Tempio Hermione, I made all the preparations for the opening of my first picture exhibition in the new hall. There was a world of things to do, in every corner and cranny. It was, after all, a finished whole that was to be presented. At last everything was ready. The garden too was resplendent in its most beautiful flowering. The second of June 1911 saw several hundred people gathered at my house. A wonderful catalogue, at a cost of fifteen hundred marks, had been sent out; I had spared neither time, trouble nor expense.

Johanna war in ihrem Element. — An der schwarzen Pforte empfing ein echter Inder in Nationaltracht die Herrschaften, ließ sich die Namen nennen, die er laut weiter meldete, und ein anderer Diener in Kniehosen führte dann die Gäste den Rasenplan hinauf zu mir (die sie in der Säulenveranda des Wohnhauses empfing) und geleitete sie durch die Räume des Oberstocks nach der rückwärtigen Treppe. Von dort brachte sie ein dritter Diener durch den Park in die sphinxenflankierte Gemäldeausstellung.

Johanna was in her element. — At the black gate a genuine Indian in national dress received the ladies and gentlemen, had their names given him, which he announced loudly onward, and another servant in knee-breeches then led the guests up the lawn to me (who received them in the columned veranda of the dwelling house) and conducted them through the rooms of the upper floor to the rear staircase. From there a third servant brought them through the park into the sphinx-flanked picture exhibition.

Es war alles sehr eindrucksvoll. Wie es aber gewöhnlich bei solchen großen Empfängen geschieht: die Besucher beschauten alles Drum und Dran mehr als die Bilder selber.

It was all very impressive. But as usually happens at such great receptions: the visitors looked at all the trappings more than at the pictures themselves.

Trotzdem war ich zufrieden mit dem Anfang. Es kamen auch viele Besprechungen. Die eine, »Ein Griechentraum in der Mark«, freute mich am meisten. Aber der tägliche Besuch nach den ersten Wochen flaute ab, und ich erkannte bald, daß ich stets neu und zu besonderen Veranlassungen um das Publikum werben müsse. — Ich gab noch einmal ein Rosenfest mit von mir gesprochenem Prolog.

All the same, I was satisfied with the beginning. Many reviews came too. The one headed “A Greek Dream in the Mark” pleased me most. But the daily attendance slackened after the first weeks, and I soon recognised that I should have to woo the public ever anew and with special occasions. — I gave one more Rose Festival, with a prologue spoken by myself.

Wieder die Überfülle! Aber die Sache war unendlich anstrengend und kostspielig. Ein paar Sonntagsveranstaltungen mit Vorträgen verregneten gründlich.

Again the overflow! But the thing was endlessly strenuous and costly. A few Sunday events with lectures were thoroughly rained out.

Die Kinder waren wieder mit unendlicher Mühe erbettelt worden. Sie selber kamen jetzt sehr gerne, das fühlte ich, wenn sie es auch nicht auszusprechen wagten, überhaupt noch wenig Eigenart verrieten. Helga war schon erwachsen, sogar in Kiel schon in die Welt geführt worden. Inge sollte eingesegnet werden bei einem Pfarrer moderner freiheitlicher Geistesrichtung. Von den ausbedungenen sechs Monaten nach der Konfirmation, die mir versprochen worden, war bei ihr ebensowenig die Rede wie bei Helga, ich mußte ja Gott danken, daß sie überhaupt kamen, wenn auch noch so kurze Zeit.

The children had again been begged for with endless effort. They themselves came very gladly now, I felt it, even if they did not dare to say so, and indeed still betrayed little character of their own. Helga was already grown up, had even been brought out into society in Kiel. Inge was to be confirmed by a pastor of modern, liberal-minded direction. Of the stipulated six months after confirmation that had been promised me there was as little talk in her case as in Helga's; I had to thank God that they came at all, however short the time.

Mein Schwager hatte Glück. Nachdem fünf junge H.’s vor ihm gestorben waren, fiel das Majorat mit Schloß J. wider alles Erwarten an ihn. Die geliebten Kinder lebten jetzt dort in Glanz und Üppigkeit. Das Schloß und der Park wurden neu hergerichtet. Alle »Freunde« gratulierten mir, wie gut es mit dieser Adoption geworden sei. Ich selber aber bekam nach und nach das Gefühl, daß die rechte Lebensluft für meine beiden Künstlerkinder weit eher um den Tempio wehe als im Schloß J. Trotzdem mußte ich mir ja sagen, daß ich vom weltlichen Standpunkt das Rechte getan hatte, indem ich ihre Zukunft sicherstellte. Wieviel sorgenvoller müßte ich für sie in die Zukunft blicken, wenn sie sich früh auf eigene Füße hätten stellen müssen.

My brother-in-law had luck. After five young H.s had died before him, the entail with Castle J. fell to him against all expectation. The beloved children now lived there in splendour and luxury. The castle and the park were newly done up. All my “friends” congratulated me on how well this adoption had turned out. I myself, though, came little by little to feel that the right air of life for my two artist-children blew far rather around the Tempio than in Castle J. All the same I had to tell myself that from the worldly standpoint I had done the right thing in securing their future. How much more anxiously should I have to look into their future for them if they had had to stand early on their own feet.

In diesen acht Hochsommertagen, in denen es ganz stille war von Ausstellungsbesuchern, schlossen wir uns immer inniger aneinander. Ohne viele Worte, es lag einzig im Gefühl. Es beglückte mich innig, daß ihnen der Tempio so sehr in die Seele griff. Und ich fing ihn damals gleichfalls immer mehr zu lieben an.

In these eight high-summer days, in which it was quite still of exhibition visitors, we grew ever more inwardly close to one another. Without many words; it lay solely in the feeling. It made me deeply happy that the Tempio reached so far into their souls. And I too began, in those days, to love it more and more.

Heute hasse ich ihn — trotz seiner Schönheit. Denn er wurde mir ein Klotz am Bein, und die Spekulation auf seine Ertragsfähigkeit erweist sich immer mehr als eine irrige.

Today I hate it — despite its beauty. For it became a block at my leg, and the speculation on its earning power proves more and more to have been a mistaken one.

Der Abschied nach den acht Tagen wurde mir sehr bitter, denn ich wollte ja im Herbst wieder eine Weltreise machen. Freilich — da ich doch nicht mit den Kindern zusammen sein konnte, war es ja gleich, ob ich hier oder am Nordpol weilte. —

The parting after the eight days was very bitter to me, for in the autumn I meant to make a world journey again. Though to be sure — since I could not be with the children anyway, it was all one whether I dwelt here or at the North Pole. —

Die Liebsten waren gegangen; es wurde immer heißer in diesem Sommer, und wir sprengten fast den ganzen Tag. Es mußte doch alles imstande sein für die Besucher und für mich.

The dearest ones had gone; it grew ever hotter that summer, and we watered almost the whole day. Everything had, after all, to be in good order for the visitors and for me.

Aber ich fühlte schon jetzt, daß der Tempio mir außer Geld auch ein gut Teil Lebenskraft mit fortnähme. Denn den ganzen Tag verlangte irgendwo irgend etwas meine persönliche Kraft.

But I felt even now that the Tempio was taking from me, besides money, a good part of my life-strength as well. For the whole day long, somewhere, something demanded my personal strength.

Und es war so tausenderlei zu bedenken und zu besorgen. Ich lag im leichten Kimono am Springbrunnen und las. Da sah ich einen etwa achtzehnjährigen Jüngling nach der Halle schreiten. Als er mich sah, machte er kehrt und kam auf mich zu.

And there were a thousand things to think of and see to. I was lying in a light kimono by the fountain, reading. Then I saw a youth of about eighteen striding towards the hall. When he saw me, he turned about and came up to me.

»Darf ich in die Ausstellung ohne Eintrittsgeld; ich bin Maler, Kollege, Franz Cäsar Jentsch, außerdem auch Schriftsteller, also doppelter Kollege!« — Ich bejahte.

“May I go into the exhibition without an entrance fee; I am a painter, a colleague, Franz Cäsar Jentsch, and moreover a writer too, so a double colleague!” — I said yes.

Nach geraumer Weile kam er wieder heraus mit rotem Kopf, wie berauscht. »Darf ich der großen Künstlerin die Hände küssen für ihr wundervolles Werk.«

After a good while he came out again with a red face, as if intoxicated. “May I kiss the great artist's hands for her wonderful work.”

Und nun überschüttete er mich mit einem Wasserfall von zum Teil ganz guten Beobachtungen.

And now he showered me with a waterfall of observations, some of them quite good.

Erzählte mir im Münchner Dialekt mit den Gebärden eines treuherzigen Naturburschen von verschiedenen gemeinsamen guten Bekannten. Daß sein Vater ein bayerischer Oberst sei, der ihn verstoßen habe, weil er kein Offizier, sondern ein Maler werden wollte; daß er der Lieblingsschüler von Leo Putz sei, der ihm noch jetzt die Wege ebene. Durch seine Empfehlung habe er schon viel Geld mit graphischen Arbeiten verdient. Außerdem sei er auch Schriftsteller. Er zitierte mir einige gute Verse, die, wie ich später erfuhr, nicht von ihm waren. Sein einziges Glück aber sei seine kleine Frau, ob er sie mir bringen dürfe? Ich konnte nicht nein sagen. Anderen Nachmittags kam er mit einem schmächtigen, hübschen, blutjung aussehenden kleinen Wesen, das ebenso verständnisvoll vor den Bildern tat.

Told me, in Munich dialect and with the gestures of a true-hearted child of nature, of various good acquaintances we had in common. That his father was a Bavarian colonel who had cast him off because he wanted to become not an officer but a painter; that he was the favourite pupil of Leo Putz, who even now was smoothing his paths. Through his recommendation he had already earned much money with graphic work. Besides, he was a writer too. He quoted me some good verses which, as I later learned, were not his. His one happiness, though, was his little wife: might he bring her to me? I could not say no. The next afternoon he came with a slight, pretty little creature, blood-young to look at, who performed just as understandingly before the pictures.

Dann beschworen sie mich, daß ich sie für die Nacht aufnehmen möchte. Gerne tat ich’s nicht. Nach acht Tagen mußte ich sie gewaltsam hinaussetzen, weil ich Besuch bekam. Da ich nicht wollte, daß sie sich einnisteten, hatte ich ihnen gesagt, daß sie auswärts essen müßten, traf aber Johanna alle Augenblicke dabei, wie sie der »armen kleinen Frau« etwas zusteckte, eine Tasse Kakao, ein Butterbrot. Nun quartierten sie sich in der Nachbarschaft ein; »ich würde wohl erlauben, daß die kranke Frau manchmal in meinem herrlichen Park ausruhe.« Was besagte, daß sie schon von morgens früh an die Liegestühle im Garten herumschleppten, Tische desgleichen, und niemals wieder etwas auf den alten Platz zurückbrachten. Aber Franz Cäsar (angeblich war seine Mutter eine italienische Gräfin!) fing nun an, sich nach und nach nützlich, wie er hoffte, unentbehrlich zu machen. Er half stundenlang den Garten sprengen. Wenn er in die Stadt ging, hatte er stets etwas für uns zu besorgen oder irgendeine für mich nützliche Neuigkeit.

Then they besought me to take them in for the night. I did not do it gladly. After eight days I had to put them out by force, because I was expecting a visitor. Since I did not want them nesting in, I had told them they must eat out; but every other moment I caught Johanna slipping something to the “poor little wife”, a cup of cocoa, a buttered roll. Now they quartered themselves in the neighbourhood; “I would surely permit the sick wife to rest sometimes in my glorious park.” Which meant that from early morning on they dragged the deck chairs about the garden, tables likewise, and never brought anything back to its old place. But Franz Cäsar (his mother, supposedly, was an Italian countess!) now began to make himself little by little useful and, as he hoped, indispensable. He helped for hours watering the garden. When he went into town he always had something to see to for us, or some piece of news useful to me.

Wenn Besucher kamen, spielte er den Sekretär, erhob das Eintrittsgeld. Ich ärgerte mich von Woche zu Woche mehr über die beiden und fand sie aufdringlich. Aber sie dauerten mich auch wieder. Johanna kam den ganzen Tag nicht zu regelrechter Arbeit, so viel hatten die beiden mit ihr zu plaudern. Sie erzählten auch eine rührende Liebesgeschichte, wie sie sich beide gefunden hätten — sie sei Studentin der Medizin gewesen.

When visitors came he played the secretary, collected the entrance money. From week to week I was more annoyed at the pair and found them pushing. But then again they moved me to pity. Johanna got no proper work done the whole day, so much did the two of them have to chatter with her. They also told a touching love story of how the two had found each other — she had been a student of medicine.

Zum 3. September plante ich für diesen Sommer ein Abschiedsfest. Wenige Tage später wollte ich ja meine fünfte Weltreise antreten. Und da ich etwas ganz Eigenartiges bieten wollte, kam ich auf ein griechisches Mondfest.

For the third of September I planned a farewell festival for that summer. A few days later, after all, I meant to set out on my fifth world journey. And since I wanted to offer something quite singular, I hit upon a Greek moon festival.

Der Gedanke war gut. Die Zöglinge der bekannten Tänzerin Frau Holtfreter sollten, aus der griechischen Halle die Stufen hinabsteigend, bei Vollmond auf dem davor befindlichen Rundplatz altgriechische, klassische Tänze aufführen. Vorher wollte ich griechische Verse sprechen, in griechischem Gewand.

The idea was good. The pupils of the well-known dancer Frau Holtfreter were to descend the steps from the Greek hall and, at full moon, perform ancient Greek, classical dances on the round place before it. Beforehand I would speak Greek verses, in Greek dress.

Eine starke Propaganda leiteten wir in die Wege. Jentsch verdoppelte seinen Eifer.

We set a strong publicity campaign on foot. Jentsch redoubled his zeal.

Und der große Tag nahte heran. Ein alter Verehrer und Freund, Dr. Alfred Rühl, war zu Besuch gekommen, ein hochbegabter Mensch, aber, wie ich sah, ein Todeskandidat. (Noch kein Jahr später sandte mir seine Frau die Todesanzeige.) Aber damals war er ganz Leben und Feuer und Bewunderung. Und noch ein anderer unvorhergesehener Besuch erschien mit dem Wiener Schauspieler Hermann Benke, genannt »der Gott von Währing«. Mit diesen freundete sich Jentsch auf das innigste an.

And the great day drew near. An old admirer and friend, Dr. Alfred Rühl, had come to visit, a highly gifted man, but, as I saw, a candidate of death. (Not a year later his wife sent me the death notice.) But at that time he was all life and fire and admiration. And yet another unforeseen visit appeared with the Viennese actor Hermann Benke, called “the God of Währing”. With these Jentsch made friends in the most intimate way.

Das Fest sollte wieder angeordnet werden wie die Eröffnungsfeier. Diesmal sollte Jentsch die Gäste durch die Wohnräume leiten, weil er meinte, man müsse bei den vielen herumliegenden Kostbarkeiten ein scharfes Auge auf sie haben und könne das keinem Diener überlassen. Aber als die Flut hereinbrach — es waren siebenhundert Menschen — da erwies sich alles als zu klein. Und es drängte sich — allerdings bei herrlichstem Wetter — Kopf an Kopf.

The festival was to be ordered again like the opening celebration. This time Jentsch was to conduct the guests through the living rooms, because he said that with so many precious things lying about one had to keep a sharp eye on them, and could not leave that to any servant. But when the flood broke in — there were seven hundred people — everything proved too small. And the crowd pressed — in the most glorious weather, to be sure — head to head.

Das Fest verlief programmäßig, überaus glänzend und wundervoll eigenartig.

The festival ran according to programme, brilliantly beyond measure and wonderfully singular.

Alles, und auch ich, war tief befriedigt.

Everyone, and I too, was deeply satisfied.

Der eine Lohndiener, der sich im Badezimmer umgezogen hatte, konnte nach Festschluß seine Mütze nicht finden. Nach langem Suchen sah er sie endlich im hintersten Winkel unter dem Diwan. Ich selber machte am andern Morgen die traurige Entdeckung, daß mir die Einnahme von vierhundert Mark fehlte, die ich noch am Nachmittag in der Kommode im Badezimmer geborgen hatte. Ich war außer mir, teilte das sofort Jentsch mit, der ebenso außer sich darüber geriet und meinte, ob man nicht bei dem Diener, der sich zuletzt so lange im Badezimmer aufgehalten hatte, nachsehen sollte. Ich kannte den Mann als grundehrlich. Es waren aber immer Menschen ab- und zugegangen. Das war mir ein starker Dämpfer auf die Freude des gelungenen Festes. Und eine Einbuße für meine Reise.

One of the hired waiters, who had changed his clothes in the bathroom, could not find his cap when the festival closed. After long searching he saw it at last in the farthest corner under the divan. I myself made the sad discovery next morning that the takings of four hundred marks were missing, which I had put away in the bathroom chest of drawers that very afternoon. I was beside myself, and told Jentsch at once, who fell just as beside himself over it, and wondered whether one ought not to look into the servant who had stayed so long in the bathroom at the end. I knew the man to be honest to the core. But people had been coming and going the whole time. That was a strong damper on the joy of the successful festival. And a loss for my journey.

Doch nun traten deren Vorbereitungen in den Vordergrund.

But now the preparations for it came to the foreground.

Am Vorabend meiner Abreise fiel mir Johanna weinend um den Hals, sie fürchte sich diesmal so namenlos vor dem Alleinsein, ob ich nicht erlauben wolle, daß die Jentschs während meiner Abwesenheit unten im rosa Kinderzimmer schliefen. Sie würden regelrechte Miete zahlen, davon könne sie Licht und Heizung bestreiten, ich möge es doch zugeben.

On the eve of my departure Johanna fell weeping on my neck: this time she was so namelessly afraid of being alone, and would I not allow the Jentschs to sleep downstairs in the pink children's room during my absence. They would pay regular rent; out of it she could meet light and heating; would I not please consent.

Ich sagte nein, weil ich Angst hatte, sie würden sich alsdann allzu fest einnisten. Aber nachdem mir Johanna gelobt hatte, noch gleich nach meiner Abreise morgen abend die oberen Räume abzuschließen, gab ich endlich, wenn auch sehr ungern, ihren Bitten und Tränen nach.

I said no, because I was afraid they would then nest themselves in all too firmly. But after Johanna had vowed to me that she would lock the upper rooms directly after my departure tomorrow evening, I yielded at last, though very unwillingly, to her pleas and tears.

Ich setzte auch noch ein Schreiben auf, was alles die Jentschs durften und was nicht, und glaubte nun, ihre Bewegungsfreiheit genügend eingeschränkt zu haben.

I also drew up a document setting out everything the Jentschs might do and might not, and believed now that I had sufficiently restricted their freedom of movement.

Als ich Herrn Zappe hiervon erzählte, war er sehr unzufrieden mit mir und meinte, ich hätte das nicht tun sollen. Er konnte den Jentsch nicht leiden und mißtraute ihm.

When I told Herr Zappe of this, he was very dissatisfied with me and said I should not have done it. He could not abide Jentsch, and mistrusted him.

Ich fuhr nun den andern Tag nach Hamburg, von Jentsch und Johanna zur Bahn geleitet. Als der Zug abfuhr, stützte er sie liebevoll.

The next day I travelled to Hamburg, escorted to the train by Jentsch and Johanna. As the train pulled out, he was supporting her tenderly.

Nun versank einmal wieder mein Alltagsleben, und das Bilderbuch der Welt rollte seine immer neuen Bilder vor mir auf. Anfangs war die See sehr glatt. In Teneriffa verbrachten wir einen Tag. Ich machte später zum erstenmal die Äquatortaufe mit und erhielt den schönen Namen »Tintenfisch«. Dann gab es Bälle, Konzerte; ich hielt einen Vortrag und nahm viele Bestellungen auf mein eben erschienenes »Perlenkrönlein« entgegen. Zu dieser meiner Autoanthologie hatte Jentsch, mein »Hausdieb«, das Titelblatt gezeichnet, was mich noch heute ärgert. — Es waren viele Farmer aus Südwest unter den Reisenden, und ich hörte manch Interessantes über die dortigen Zustände. In Lüderitzbucht hielten wir uns einen Tag auf, und ich bekam eine Ahnung der starren Züge dortiger Landschaft. Bis ganz an die neuen Diamantfelder aber bin ich leider nicht gekommen.

Now my everyday life sank away once more, and the picture-book of the world unrolled its ever new pictures before me. At first the sea was very smooth. In Tenerife we spent a day. Later I went through the equator baptism for the first time, and received the beautiful name of “Cuttlefish”. Then there were balls, concerts; I gave a lecture and took many orders for my just-published “Perlenkrönlein”. For this, my self-anthology, Jentsch, my “house-thief”, had drawn the title page, which annoys me to this day. — There were many farmers from Southwest among the passengers, and I heard much of interest about conditions there. At Lüderitzbucht we stopped a day, and I got an inkling of the rigid features of that landscape. But all the way to the new diamond fields I unfortunately did not get.